Rasse

Der Continental Bulldog

Er ist ein sportlicher kleiner Molosser mit charmantem Bulldog-Charakter, ruhig im Haus, problemlos bei Spaziergängen, ohne lange Gewaltmärsche zu fordern. Er zeigt sich zurückhaltend und freundlich, auch gegenüber Unbekanntem. Bisweilen wirkt er etwas starrsinnig, nach außen manchmal sogar griesgrämig, doch ist der Conti im Grunde ein liebenswürdiger und lustiger Geselle. Der Continental Bulldog gehört zu den Familien- und Begleithunden, das Wichtigste für ihn sind der Kontakt und der Bezug zu seinen Menschen. Um richtig und gesund aufzuwachsen benötigt er viel Liebe, eine konsequente und klare Erziehung und sehr viel Einfühlungsvermögen in das zuweilen etwas sture Wesen des Bulldogs.

Seit 2004 wird der Continental Bulldog in seinem Ursprungsland, der Schweiz, gezüchtet, seit 2006 auch in Deutschland, hier zuerst im Continental Bulldog Club Deutschland e.V. Seit dem 1. Januar 2015 ist der Continental Bulldog national vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) anerkannt.

Er gehört zur Gruppe der molossoiden doggenartigen Hunde ohne Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS

Die Europa-Konvention über Zucht und Haltung von Heimtieren, sowie das Schweizerische Tierschutzgesetz (Art.10) waren ausschlaggebend, um diesen Zuchtversuch zu starten. Ziel war es, einen mittelgroßen Bulldog zu schaffen, der alle vom Tierschutz geforderten Voraussetzungen an einen gesunden Hund erfüllt und trotzdem das so geschätzte und beliebte Wesen des English Bulldogs beibehält.
Die Kreuzungen zwischen English Bulldog und Old English Bulldog unter dem Patronat der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft waren sehr viel versprechend, zeigten aber bald, dass das Unterfangen auf die Schaffung einer neuen Rasse hinaus lief, einer Rasse, die dem ursprünglichen Typ des Bulldogs nahe kommt. Zwecks klarer Abgrenzung zum English Bulldog wurde für die neue Rasse der Name Continental Bulldog gewählt.
Die Entscheide und Maßnahmen zur Bildung dieser Rasse wurden in Absprache mit der FCI (Vertreter der Standard- und der Wissenschaftlichen Kommissionen) getroffen. Die Tatsache, dass es noch keinen belastbaren, mittelgroßen Familienhund vom Molosser-Typ gibt, dies aber sehr erwünscht wäre, bezeugen die vielen begeisterten Liebhaber der noch jungen Rasse.


Der Continental Bulldog ist bereit, diese Lücke zu füllen.

 

Rassestandard

Ursprungsland:        Schweiz
Verwendung:            Begleithund, Familienhund
Klassifikation FCI:   Gruppe 2  Pinscher und Schnauzer – Molossoide  – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen

Sektion 2   Molossoide, doggenartige Hunde ohne Arbeitsprüfung

Allgemeines Erscheinungsbild:

Ein kurzhaariger, athletisch gebauter, mittelgoßer, fast quadratischer, bulldogartiger Hund. Trotz seines kräftigen Körperbaus ist der Continental Bulldog beweglich und ausdauernd, auch bei raschem Trab oder Galopp soll er geräuschlos atmen. Sein Gewicht bewegt sich ungefähr zwischen 20 – 30 kg je nach Grösse.

Rüden und Hündinnen sollen deutliches Geschlechtsgepräge haben.

Verhalten und Charakter (Wesen):

Aufmerksam, selbstsicher, freundlich, weder aggressiv noch scheu.

Wichtige Proportionen:

Widerristhöhe : Brusttiefe                                                       2 : 1

Widerristhöhe : Körperlänge                                                  1 : 1,2

Widerristhöhe : Länge von Widerrist bis Rutenansatz     1 : 1

Diese Maße und Proportionen sind als Richtlinien zu verstehen, maßgebend ist immer der Gesamteindruck eines Hundes, der Bulldog-Typ muss gewahrt werden.

Kopf: Der Kopfumfang vor den Ohren gemessen sollte die Widerristhöhe nicht um mehr als 10% übertreffen. Von vorne gesehen erscheint der Kopf annähernd quadratisch mit einer leichten Ausbuchtung der Jochbogen.

Oberkopf: Die Stirnpartie ist flach bis leicht gewölbt. Stirnfalten wenig ausgeprägt. Vom Stop ausgehend verläuft eine breite, eher flache Stirnfurche bis zur Schädelmitte.
Stop: Deutlich ausgeprägt aber ohne tiefe Einbuchtung.
Gesichtsschädel:

Nase: Nasenschwamm breit, Nasenlöcher groß und gut geöffnet. Nase stets vollständig schwarz.

Fang: Breit, von vorne gesehen annähernd quadratisch. Der Nasenrücken ist gerade, weder aufgebogen noch abfallend. Verhältnis zur gesamten Kopflänge 1:3 (Toleranz 1:4). Nicht zu dicke Hautfalten beidseits des Nasenrückens. Unterkiefer inkl. Kinn breit und kantig. Bei geschlossenem Fang weder Zunge noch Zähne sichtbar. Deutliches Kinn, vorne nicht verdeckt durch die Oberlefzen.

Lefzen: Lefzen sollen dick sein, Pigmentierung am Rand gut geschlossen und möglichst vollständig. Die Lefzen des Oberkiefers sollen den Unterkiefer seitlich vollständig überlappen. Lefzen des Unterkiefers möglichst anliegend.

Kiefer/Zähne: Vorbiss ideal 1-5 mm, Toleranz bis zu 10 mm, Zahnleisten im Ober- und im Unterkiefer gerade und parallel. Zähne kräftig. 6 regelmäßig gestellte, gut entwickelte Schneidezähne zwischen den breit auseinander platzierten Eckzähnen. Fehlen der PM1 erlaubt, M3 werden nicht beachtet. Ein vollzahniges Gebiss ist ideal.

Backen: Bei leichter Wölbung, straff und gut gerundet

Augen: Rund, nach vorne gerichtet, weit auseinander liegend. Weder eingesunken noch hervorstehend. Gut anliegende, möglichst voll pigmentierte Augenlider: Beim geradeaus schauenden Hund soll kein Weiß (Sclera) sichtbar sein. Iris dunkelbraun.

Ohren:

Hoch angesetzt, klein und dünn; der Ohrenansatz bildet mit der oberen Schädellinie eine Gerade. Entweder Rosen- oder Klappohr.

Rosenohr: d.h. auf der Rückseite nach innen gefaltet und zurückgelegt, der vordere Ohrenrand fällt nach außen und hinten, das Innere der Ohrmuschel ist teilweise sichtbar.

Klappohr: Bei Aufmerksamkeit nach vorne gekippt, sodass die Ohrenspitze ungefähr auf der Höhe des äußeren Augenwinkels liegt. In der Ruhe seitlich am Kopf anliegend. Alle anderen Ohrenformen sind als Fehler zu betrachten.

Hals: Kurz und kräftig, aber nicht so kurz, dass der Kopf anscheinend direkt auf den Schultern sitzt. Gut gewölbte Nackenlinie. Wenig Hautfalten im Bereich der Kehle sind erlaubt.

Körper: Der Widerrist liegt nur unbedeutend höher als die Lendenpartie. Verhältnis gesamte Rumpflänge zur Widerristhöhe 1,2:1.

Obere Linie:

Rücken kurz und kräftig, möglichst gerade. Die Rückenlänge, vom Halsansatz bis zur Rutenwurzel, entspricht der Widerristhöhe.

Lendenpartie: Von oben gesehen nur unwesentlich schmaler als die Brustpartie. Kruppe leicht abfallend.

Brust: Brusttiefe bis zu den Ellbogen reichend, entspricht bei idealen Verhältnissen 1/2 der Widerristhöhe. Brustkorb geräumig, Rippen gewölbt, Brustkorb nach hinten leicht ansteigend.

Untere Linie:

Bauch mäßig aufgezogen.
Rute: Möglichst tief angesetzt, kräftig, am Ansatz dick und sich allmählich verjüngend. Rundum dicht behaart, aber ohne Fransen. Idealerweise knapp bis zu den Sprunggelenken reichend. Gerade oder leicht gebogen. In der Ruhe hängend, in der Bewegung angehoben, aber nicht über den Rücken gerollt getragen.

Gliedmassen: 

Vorhand:

Läufe: auch von vorne gesehen gerade, stämmig und stark

Schultern: Breit, schräg und gut bemuskelt. Das Schulterblatt soll fest am Brustkorb anliegen

Oberarm: Gut am Körper anliegend und gute Winkelung zum Schulterblatt

Ellenbogen: Fest am Körper anliegend

Mittelfuss: Kurz und kräftig, von der Seite gesehen nur wenig schräg

Pfoten: Gewölbt, gut geschlossen, weder nach innen noch nach außen gedreht.

Hinterhand:

Hinterläufe: starkknochig und gut bemuskelt

Knie: Gut gewinkelt, nicht nach außen gedreht, von hinten gesehen parallel.

Sprunggelenk: Gut gewinkelt, weder nach innen noch nach außen gedreht

Pfoten: Kräftig, gut gewölbt, gerade gestellt.

Krallen: Kurz und dunkel erwünscht.

Gangwerk: Regelmäßige, flüssige Bewegungen, guter Vortritt, raumgreifender Schub.

Haut: Elastisch ohne Faltenbildung am Körper und Läufen.

Haarkleid:

Beschaffenheit des Haares: Deckhaar kurz, dicht, glatt, glänzend, nicht borstig. Unterwolle kurz, dicht und fein. Fehlende Unterwolle gestattet.

Farbe des Haares: Alle Farben, die von schwarzer Nase begleitet sind. Einfarbig, gestromt oder mit weiß kombiniert, mit oder ohne schwarzer Maske. Ein bestimmtes Fleckenmuster wird nicht angestrebt. Die Farbe blau ist nicht erwünscht.

Grösse:
Widerristhöhe: Rüden : 42-46 cm
Hündinnen : 40-44 cm
Toleranz bei beiden Geschlechtern nach oben 4 cm, nach unten 2 cm.

Fehler:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen muss.

Leichte Fehler:
– zu wenig Bodenabstand
– Kopfumfang übersteigt die Widerristhöhe um 15 – 20 %
– schwach entwickelte Zähne
– etwas viel Vorbiss
– ungleich getragene Ohren
– kurze und / oder leicht deformierte Rute
– wenig dichte Behaarung
– Über- oder Untergröße (in der Toleranz) beim sonst korrekten Hund
– Passgang oder über den Boden schleifende Pfoten

Schwere Fehler:
– blaue oder Birkaugen
– deutlich deformierte Rute
– Kopfumfang in cm übertrifft die Widerristhöhe um mehr als 20 %
– viel Vorbiss
– über die Stirnhöcker lappende Hautfalten
– zu große Nasenfalte
– Stehohren

Ausschließende Fehler:

– Atemgeräusche beim ruhigen Stehen
– Entropium/Ektropium
– sichtbare Schneide- oder Fangzähne oder Zunge bei geschlossenem Fang
– Vorbiss über 15 mm
– deutlich schiefer Kiefer
– keine Rute
– Größe außerhalb der Toleranz
– Aggressivität
– Scheuheit
– Hunde, die deutliche physische Abnormitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden

N.B.
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

 

Phänotypisierung durch eine Behörde nach Anmeldung eines Continental Bulldogs

Bisher bestehen deutschlandweit relativ selten Probleme bei der Anmeldung eines Continental Bulldog. In NRW ist er lediglich von der 20/40 Regelung betroffen, das heißt, Hunde mit 20 kg und mehr und/oder 40 cm und mehr müssen nicht nur zur Steuer, sondern auch beim Ordnungsamt angemeldet werden und neben der Haftpflichtversicherung ist auch ein Sachkundenachweis erforderlich. Dieser ist aber gut zu schaffen und eine Versicherung sollte selbstverständlich sein.
Es gibt allerdings Bundesländer, wie z.B. Brandenburg, NRW u.a. die aufgrund der Rassegeschichte die Einkreuzung eines Listenhundes unterstellen könnten. In NRW kann es dazu kommen, dass man nach der Anmeldung eines Continental Bulldogs dazu aufgefordert wird, den Hund für eine Phänotypisierung vorzustellen. Der Continental Bulldog steht innerhalb Deutschlands auf keiner Rasseliste, umso erschrockener reagieren die Halter, sobald sie eine dieser Aufforderungen im Briefkasten vorfinden. Sollten Sie so eine Aufforderung zur Phänotypisierung erhalten, dann besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Wenden Sie sich bitte an Ihren Züchter oder an die Geschäftsstelle des CBCD e.V. – dort wird Ihnen weiter geholfen.
Wichtig ist immer der Wortlaut des Schreibens seitens der Behörde, um zu erkennen, warum der Hund phänotypisiert werden soll. Aus diesem Grunde wäre es ratsam, die Briefe in Kopieform zur Verfügung zur stellen. Rufen Sie nicht in den Ämtern an oder statten dort persönlich einen Besuch ab, wählen Sie nur den schriftlichen Weg. Mündliche Aussagen sind nicht belegbar und somit auch nichts wert. Es gibt immer mehrere Wege, um das Problem mit den Behörden zu handhaben. Der Besitz einer Rechtschutzversicherung ist immer sinnvoll, diese sollte auch das Verwaltungsrecht abdecken. So ist man bei Inanspruchnahme eines Rechtsbeistandes, die Kosten betreffend, auf der sicheren Seite. Scheuen Sie sich nicht und rufen Sie an, wir sind auch in schwierigen Situationen für Sie da.

 

Was ist eine Phänotypisierung

Hierbei wird das Aussehen des Hundes vom örtlich zuständigen Amtsveterinär begutachtet. Der Amtsveterinär entscheidet auf Basis der Optik (des Phänotyps) des jeweiligen Hundes, ob es Anhaltspunkte für die Einkreuzung eines Listenhundes gibt oder nicht. Entspricht der Hund weitgehend dem Erscheinungsbild eines Bulldogs, dann wird dieser auch als solcher phänotypisiert. Erkennen die Behörden vom Aussehen her eine gelistete Rasse, so wird einer Phänotypisierung nicht zugestimmt und der Hund ggf. einer Rasse zugeordnet, die besonderen Auflagen unterliegt.